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Lauter Morde im Kistl
Ist der Mörder wirklich immer der Gärtner,
wie uns Reinhard Mey einst weismachen wollte?
Weit gefehlt! Wenn Peter Baltruschat und Frank
Landua im Mannheimer Musik-Kabarett "Schatzkistl"
die Stimmen erheben, gibt es jede Menge Verbrecher,
und die Köpfe rollen nur so: "Bei Auftritt
Mord" heißt das neu aufgelegte Programm,
das vor Jahren bereits in düster-gruseligen
Katakomben Mannheims eingeschworenen und nervenstarken
Liebhabern des schwarzen Humors Gänsehaut
bereitet hat.
Nun hat Regisseurin Ela Sommer den Fall übernommen
und zu einigen neuen Songs die alten Nummern szenisch
aufpoliert. Fünf graue Quader, je nach Bedarf
zusammengestellt, bieten genug Ablage für
allerhand Mordwerkzeug, und da stechen und meucheln
sich die beiden Chansoniers wieder mit rabenschwarzem
Augenzwinkern durch den Abend. Unterstützt
von einem großartigen Valery Rüb am
Flügel, der temporeich und einfühlsam
die musikalischen Fäden in der Hand hält
und mit Beethovens Mondscheinsonate oder ein paar
kurzen Opernzitaten Stimmung zaubert zu Frank
Landuas Melodram "Die Tote" etwa oder
seinen parodistischen Ausflügen ins klassische
Fach.
Bei Peter Baltruschats mitreißend naiv vorgetragenem
Advent-Gedicht von Loriot rieselt leise der Schnee
und die Glöckchen klingeln. Georg Kreislers
makabres Lied vom Zirkus, der in Flammen stand,
gerät zum Kabinettstückchen, in dem
sich Baltruschat und Landua als sensationslüsterne
Greise in die Herzen zu spielen. "Weaner"
Schmäh verbreitet Wolfgang Ambros´
bitterböser Song "Der Hofa", und
die krimilesende Mimi überlebt ihr Hobby
an diesem Abend nicht.
Gutes Timing und jede Menge origineller Solo-
und Duo-Nummern, in denen beide Protagonisten
ihr Talent für Show, Chanson, Kabarett und
Moderation voll ausspielen können, zeichnen
das witzig-spritzige Programm aus.
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