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Und
das Publikum war geschockt
Schaurig-schöne Premiere im Schatzkistl:
"Bei Auftritt Mord" heißt es im
Musiktheater.
Die neue Saison im "Schatzkistl" ist
eröffnet. Mit "Bei Auftritt Mord"
feierte das Musik-Kabarett im Mannheimer Hof eine
schaurig-schöne Premiere im ausverkauften
Haus. "Wir versprechen Ihnen eine stattliche
Anzahl an Gemeuchelten", verkündete
Frank Landua gleich zu Beginn der Show. Wie viele
es genau sein sollten, wollte er erst mal nicht
verraten, nur dass es mordsmäßig spannend
werde. In den folgenden zwei Stunden gab es jede
Menge Leichen. Die charismatischen Hauptdarsteller
meucheln aus Habgier, Liebe, Leidenschaft und
aus Rache, dass es ein "wahres Vergnügen"
ist.
In "Geben Sie Acht" von Kurt Tucholsky
warnt der Mörder vor seinen eigenen Gedanken,
die andere ins Unglück stoßen. Loriot
beschreibt in "Advent" die beschauliche
Vorweihnachtszeit im Walde, in der plötzlich
die Frau des Försters ihren ehrenvollen Gatten
meuchelt. Selbst Tiere bleiben nicht verschont:
"Als der Zirkus in Flammen stand, ist auch
ein Vogel Strauß verbrannt", erinnern
sich Peter Baltruschat und Frank Landua eines
Unglücksfalls vor langer Zeit.
Mit "Bei Auftritt Mord" hat das Schatzkistl
einen Klassiker auf die Bühne gebracht, der
in Mannheim Tradition hat. Bereits 1997 begeisterte
das Stück das hiesige Publikum. In der jetzigen
Version erscheint die Vorstellung allerdings frischer,
intensiver und gereifter. Peter Baltruschat und
Frank Landua morden noch hingebungsvoller und
noch authentischer. Begleitet werden sie auf der
Suche nach neuen Opfern von Valery Rüb am
Piano.
Schaurig schön wird es bei einem Lied von
Georg Kreisler : "Mach´s Dir bequem,
Lotte, zieh Dir die Schuhe aus", heißt
die Aufforderung des Mörders, bevor er kaltblütig
zuschlägt. "Die Tote" lässt
so manchem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren,
so authentisch gelingt Frank Landua die obsessive
Darstellung des Leichenanbeters.
"Bei Auftritt Mord" besticht vor allem
durch besten schwarzen Humor, aber auch durch
beschauliche Sequenzen und schockierende Momente,
die bedrückend real sind. Die "Mordsshow"
bietet anspruchsvolles Theater und Entertainment
in einem. Mit dem großen schlaksigen Peter
Baltruschat und dem kleinerem, aber dafür
umso kräftiger wirkenden Frank Landua stehen
zudem zwei Schauspieler von Format auf der Bühne.
Mit ihren eindrucksvollen Stimmen und ihrer Schauspielkunst
verleihen die beiden den verschiedenen Verbrechern
ganz eigene Charaktere. Unterstrichen wird die
schauspielerische Leistung durch die schnellen
Wechsel der Bühnenbilder, die mit einfachen,
aber außergewöhnlich wirkungsvollen
Requisiten auskommen. Passend dazu sind auch die
vielen roten Grablichter, die auf den Tischen
im Schatzkistl stehen.
Die grandiose Finalnummer aus der gemeinsamen
Feder von Valery Rüb, Frank Landua und Ela
Sommer, auch verantwortlich für die Regie,
bringt den Abend dann noch einmal auf den Punkt:
"Humor ist, wenn man trotzdem lacht"
trällert es sarkastisch von der Bühne.
Mehrere Zugaben machen deutlich, dass nicht nur
das Publikum einen Mordsspaß an diesem Abend
hatte.
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